10. Juli 2026

Mobilitätsdaten – vom Datenraum zum Handlungsraum

Vernetzte Fahrzeuge, intelligente Infrastrukturen und digitale Plattformen erzeugen enorme Datenmengen. Die entscheidende Frage lautet jedoch nicht mehr, ob Daten vorhanden sind, sondern wie sie in konkrete Entscheidungen und Mehrwert für Menschen, Unternehmen und öffentliche Hand übersetzt werden können. Genau darüber diskutierte Accso auf der Digital Mobility Conference 2026 der Bitkom in Berlin.

Autor:in

Dr. Sigrun Brox

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Accso bringt Softwarekompetenz auf die #DMOC26

Als Partner der Veranstaltung war Accso mit Geschäftsführer Ralf Kachel und Isabell Horst vor Ort vertreten. Während Isabell Horst zahlreiche Gespräche mit Unternehmen, Behörden und Branchenpartnern führte, teilte Ralf Kachel seine Erfahrungen als Speaker in einer Keynote mit dem Titel: „Mobilitätsdatenplattformen & AI: Vom Datenraum zum Handlungsraum“.

Im Mittelpunkt seines Vortrags stand die Frage, wie Mobilitätsdatenplattformen und Künstliche Intelligenz dazu beitragen können, aus verteilten Datenquellen konkrete Handlungsmöglichkeiten abzuleiten – von der Verkehrssteuerung über intelligente Mobilitätsdienste bis hin zu datenbasierten Geschäftsmodellen.

Einblicke in die Veranstaltung:

Daten allein schaffen noch keinen Mehrwert

Mobilitätsdaten entstehen heute an nahezu jeder Stelle des Verkehrsökosystems: in Fahrzeugen, an Infrastrukturen, in Apps oder bei Mobilitätsanbietern. Der eigentliche Mehrwert entsteht jedoch erst dann, wenn diese Daten sicher vernetzt, intelligent analysiert und in operative Prozesse integriert werden.

Im Vortrag zeigte Ralf Kachel auf, wie sich Datenräume und KI sinnvoll miteinander verbinden lassen. Denn erst wenn Daten verfügbar, vertrauenswürdig und interoperabel sind, können daraus intelligente Entscheidungen entstehen – beispielsweise für effizientere Verkehrsflüsse, neue digitale Services oder eine nachhaltigere Mobilität.

Digital Mobility Bitkom Accso

Von der Datenerfassung zum Handeln: Wie KI-Agenten die Mobilität der Zukunft ermöglichen

Die Mobilitätsbranche hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte bei der Erfassung, Verarbeitung und Visualisierung von Daten gemacht. Datenplattformen, Dashboards und automatisierte Alarme schaffen heute eine deutlich bessere Transparenz über Verkehrslagen, Infrastrukturzustände und Betriebsereignisse. Doch genau hier liegt eine zentrale Herausforderung: Mobilität ist heute sehr gut im Messen und Melden – aber noch nicht ausreichend im Handeln daraus. Denn ein Alarm ist noch keine Maßnahme.

Klassische IT-Systeme leisten weiterhin einen wichtigen Beitrag: Sie bilden bekannte Prozesse, Regeln und Standardsituationen zuverlässig ab. Ihre Grenzen zeigen sich jedoch dort, wo unerwartete und dynamische Ereignisse auftreten – etwa bei kaskadierenden Effekten durch extreme Hitze, Unwetter oder den Ausfall kritischer Infrastruktur. Solche Situationen lassen sich nicht vollständig vorab programmieren, weil nicht jede mögliche Entwicklung vorhersehbar ist.

Hier setzen KI-Agenten an. Sie schaffen eine Verbindung zwischen Ereignis und konkreter Handlung, indem sie Informationen interpretieren, Optionen bewerten und – innerhalb definierter Grenzen – Aktionen auslösen können.

Das grundlegende Muster lautet: Ereignis → Agent → Entscheidung → Aktion

Damit aus Daten tatsächlich Handlungsfähigkeit entsteht, benötigen KI-Agenten in der Mobilität jedoch mehr als reine Datenzugriffe. Entscheidend sind drei weitere Bausteine:

  • Entscheidungsfähiger Kontext: Der Agent muss verstehen, welche Situation vorliegt, welche Randbedingungen gelten und welche Auswirkungen mögliche Maßnahmen haben.
  • Guardrails: Es müssen klare Regeln definiert sein, welche Entscheidungen ein Agent eigenständig treffen darf, wann eine Freigabe erforderlich ist und wer Verantwortung trägt.
  • Handlungsfähigkeit: Über Systemanbindungen muss der Agent in der Lage sein, Maßnahmen nicht nur vorzuschlagen, sondern diese – wo erlaubt – auch umzusetzen.

Genau hier beginnt das Konzept der Operational AI: KI-Agenten werden nicht isoliert als Technologie betrachtet, sondern in bestehende Betriebsabläufe, Rollenmodelle und Verantwortlichkeiten integriert. Sie unterstützen Mitarbeitende im Tagesgeschäft – mit nachvollziehbaren Entscheidungen, definierten Freigaben, kontrollierter Umsetzung und kontinuierlichem Monitoring.

Digital Twin Accso

Eine wichtige Rolle spielt dabei der Digital Twin beziehungsweise die Simulation. Sie dient als Test- und Bewertungsumgebung, bevor reale Maßnahmen umgesetzt werden. So können mögliche Handlungsoptionen und Nebenwirkungen analysiert werden – beispielsweise, welche Folgen eine Brückensperrung für ein gesamtes Verkehrsnetz hätte und wie sich alternative Steuerungsmaßnahmen auswirken würden.

Das Zielbild ist damit eine Weiterentwicklung vom heutigen Datenraum zum Handlungsraum: Ein Mobilitätssystem, das Ereignisse nicht nur erkennt, sondern kontrolliert darauf reagieren kann. KI-Agenten, Simulation und klare Governance schaffen die Grundlage für eine Mobilität, die resilienter, vorausschauender und stärker am tatsächlichen Bedarf von Betreibern und Betroffenen ausgerichtet ist.

Digitalisierung gemeinsam gestalten

Als Software-Engineering-Unternehmen begleitet Accso Organisationen seit vielen Jahren bei anspruchsvollen Digitalisierungsprojekten. Gerade im Mobilitätssektor entstehen derzeit neue Anforderungen an Datenmanagement, Plattformarchitekturen und intelligente Anwendungen. Die Digital Mobility Conference bot dafür den idealen Rahmen, Erfahrungen auszutauschen, neue Impulse mitzunehmen und bestehende Partnerschaften zu vertiefen.


Sie möchten sich über Mobilitätsdatenplattformen, KI oder digitale Mobilitätslösungen austauschen?


Ralf Kachel und Isabell Horst freuen sich auf den Dialog mit Ihnen. Gemeinsam entwickeln wir Softwarelösungen, die aus Daten echten Mehrwert schaffen und die Mobilität von morgen aktiv mitgestalten.

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