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27. April 2012 / von Sven Miersch

Distribution
von In-House
iPhone Apps

Bei der Erstellung von In-house Apps für das iPhone stellt sich immer wieder einmal die Frage nach den Möglichkeiten der Verteilung. Dieser Artikel stellt eine Zusammenfassung und Linksammlung dar und gibt kurz Verwendungsszenarien für die einzelnen Verteilungsarten an.

Laut Apple existieren 4 Möglichkeiten, wie In-house-Applikationen, also selbst entwickelte iPhone Apps verteilt werden können. ( Stand 04.2012)

1. iTunes

Die In-house-App muss in diesem Fall zuerst in iTunes hinzugefügt werden. Anschließend kann sie auf ein verbundenes Gerät installiert werden.

Bei dieser Möglichkeit wird die Verteilung dem Benutzer übertragen. Die App wird dem Benutzer in geeigneter Form (Mail, Download, etc.) übergeben und dieser kümmert sich dann um die Installation via iTunes.

2. iPhone Configuration Utility

Dieses Programm soll Administratoren die Konfiguration zur Verteilung von iPhones in einem Unternehmen erleichtern. Es ist möglich, Konfigurationsprofile zu erstellen und weiterhin auch Apps zu installieren.

Wie bei iTunes muss dazu zuerst die App zum Configuration Utility hinzugefügt werden, bevor sie auf verbundene Geräte installiert werden kann.

Bei diesem Szenario installiert ein Administrator die App auf den Geräten. Solange die Geräte noch nicht an die Benutzer ausgeteilt wurden, ist das bei wenigen Geräten durchaus möglich. Jedoch müssen die Geräte einzeln mit dem iPhone Configuration Utility verbunden werden.

3. Over-the-air / Ad-hoc Installation

Eine weitere Möglichkeit ist die Online-Verteilung von In-house-Apps. Dabei wird weder iTunes noch das Configuration Utility Programm benötigt.

Für die Over-the-air Verteilung muss nach Apple vorhanden sein:

–          Ein sicherer Web-Server, auf den autorisierte Benutzer zugreifen können.

–          Die In-house-App im .ipa-Dateiformat.

–          Eine XML Manifest Datei im .plist-Dateiformat.

–          Eine eingerichtete Netzwerk Verbindung auf dem Gerät.

Die Archiv- und die Manifest Datei wird in XCode erstellt und kann anschließend auf dem Web-Server bereitgestellt werden. Autorisierte Benutzer müssen so lediglich einen Link anklicken, um die App zu installieren.

Die Anzahl der für die App zugelassenen Geräte ist durch die vorhandene Lizenz vorgegeben. Dabei ist zu beachten, dass mit einer Entwicklerlizenz (derzeit $99 per anno, maximal 100 Geräte) die Verteilung auf registrierte Geräte von Entwicklern bzw. Testern begrenzt ist.

Eine Autorisation sollte in jedem Fall durch eine zusätzliche Passwortabfrage vor Anzeige des Download-Links sichergestellt werden.

In diesem Szenario wird die Installation dem Benutzer übertragen. Die notwendigen Schritte beschränken sich dabei jedoch auf einen Klick auf einen Link. Dem Benutzer muss in geeigneter Form der Link kommuniziert werden.

4. Mobile Device Management

„Ein MDM-Server kann Apps anderer Anbieter aus dem App Store verwalten, aber auch unternehmenseigene Programme. Der Server kann verwaltete Apps und die dazugehörigen Daten bei Bedarf entfernen oder angeben, ob die Apps gelöscht werden sollen, wenn das MDM-Profil entfernt wird. Darüber hinaus kann der MDM-Server das Sichern der Daten verwalteter Apps in iTunes und iCloud unterbinden.“[1]

Notwendig für die Nutzung eines MDM ist mindestens iOS4 auf den Geräten und der Apple Push Notification Service. Apple bietet selbst keinen MDM-Server an, weshalb in jedem Fall ein Produkt eines Drittanbieters, z.B. von ubitexx notwendig ist.

Wenn ein MDM bereits vorhanden und inklusive der Geräte entsprechend konfiguriert ist, bietet sich dieses Szenario für die Verteilung auf viele Geräte an. Der Benutzer wird durch den Apple Push-Service über eine neue App informiert und installiert diese anschließend.

Fazit

Die Lösungen mittels iTunes und Configuration Utility sind für eine großangelegte Verteilung nur bedingt zu empfehlen. Bei der Installation via iTunes bleibt immer noch die Verteilung der eigentlichen App offen. Während bei Nutzung des Configuration Utility‘s dies zwar durch einen Administrator erfolgen kann, müssen dennoch nach wie vor die Geräte vor Ort sein und wie bei iTunes in diesem Fall mit dem Configuration Utility verbunden sein.

Für die Verteilung via MDM wird in jedem Fall ein Programm eines Drittanbieters benötigt. Diese Verteilung bietet sich jedoch an, wenn bereits ein MDM-Server im Unternehmen eingesetzt wird. Die Benachrichtigung des Benutzers über eine neue App wird dabei durch den Apple Push-Service übernommen.

Die Over-the-air Variante bietet sich für eine schnelle Verteilung auf viele Geräte durch die einfache Handhabung an, wenn noch kein MDM-Server im Unternehmen eingesetzt wird. Es müssen zwei Dateien durch den Entwickler bereitgestellt werden, die wiederum auf einem Web-Server abgelegt werden. Der Verwaltungs- und Administrationsaufwand hält sich damit in Grenzen und auch die notwendigen Aktivitäten seitens der Benutzer sind durch einen Klick auf einen Link überschaubar und zumutbar.

Quellen

[1] , S. 5

 

Autor

Sven Miersch
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