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19. Dezember 2018 / von Martin Lehmann

IT-Tage

2018 

in Frankfurt

Ein Rückblick auf den Java-Track

Letzte Woche fanden vom 10. bis 13. Dezember die IT-Tage 2018 in Frankfurt statt. Die Konferenz wird seit 2015 von Informatik Aktuell, dem Fachmagazin für professionelle Softwareentwicklung und Informationstechnik, ausgerichtet.
Seit letztem Jahr sind die IT-Tage nun im Tagungsort „Kap Europa“ im Frankfurter Messeviertel. Das sehr moderne, helle Gebäude bietet ausreichend Platz für Tagung und Ausstellung und lässt den Teilnehmern genug Freiraum für das wichtige Networking. 
Accso war mit einem Workshop sowie fünf Vorträgen auf den IT-Tagen vertreten.

Highlights des Java-Tracks

Darüber hinaus haben Kristine Schaal und ich den Java-Track der IT-Tage moderiert, auf dem rund 20 Speaker an zwei Tagen verschiedene spannende Themen und Neuerungen der Java-Plattform und des Java-Ökosystems vorgestellt haben. 
Wir greifen nachstehend einige Highlights heraus:

Wie geht’s weiter mit der Java-Plattform?

Ein beherrschendes Thema des Java-Tracks war die Frage nach dem „Wie geht’s weiter mit Java?“. Nicht nur technisch, auch organisatorisch hinsichtlich Release-Zyklen sowie Lizenzen und Support ändern sich gerade sehr viele Dinge und Rahmenbedingungen auf der Java-Plattform. Michael Vitz, Wolfgang Weigend sowie Kristine Schaal und ich haben in vier Vorträgen dieses komplexe Thema von verschiedenen Seiten beleuchtet:

Kap Europa in Frankfurt

Michael hat in seinen Talk die technischen Änderungen vorgestellt, die mit Java 10, 11 und nächstes Jahr auch mit Java 12 kommen: JDK-Releases erscheinen nun alle 6 Monate mit entsprechend deutlich höherer Taktung. Zwar sind in diesen Releases keine ganz großen Änderungen enthalten, aber die allermeisten Entwicklerteams nutzen noch Java 8 – wie auch mehrere Hand-Umfragen auf dem Track belegt haben. Der „große Brocken“ von Java 9 mit dem Modulsystem Jigsaw muss bei Migrationen also auch bewältigt werden, wozu unser Vortrag „Modularity-Patters mit Jigsaw“ vielleicht einen Beitrag leisten kann (Folien auf Speakerdeck). Wolfgang ist Systemberater bei der Oracle Deutschland und hat uns in seinem Vortrag Informationen „aus erster Hand“ vorgestellt, wie sich der JDK-Dschungel lichten lässt: Was bedeutet es, wenn JDK-Releases nun deutlich schneller kommen, was bedeutet das geänderte Lizenz/Support-Modell und die Tatsache, dass es neben dem Oracle JDK nun auch diverse Anbieter des OpenJDKs gibt? 

Zum einen hat man zwar nun Wahlfreiheit, aber muss nun eben auch genau hinschauen und anstehende Migrationen von Java 8 auf Java 11 gezielt planen und umsetzen. Unser zweiter Vortrag „Alle (halbe) Jahre wieder kommt das neue Java-Release!“ bietet bei diesen Fragen Orientierungshilfe und definiert Entscheidungskriterien zur Migration (Folien auf Speakerdeck).

Kotlin

Zwei Vorträge auf den IT-Tagen haben den Weg von Java nach Kotlin beleuchtet. Auf dem Java-Track berichtet Stefan Tomm vom „ersten Jahr in der Praxis“: Bei Meshcloud wurden sukzessive alle Spring-Boot-Anwendungen von Java nach Kotlin migriert. Das erfordert einige Umgewöhnung bei Entwicklung und einige Umstellungen in der Tool-Kette, aber Stefan möchte Kotlin nicht mehr missen, da es zu viele gute Neuerungen in der Sprache selbst enthält. So beispielsweise die Null-Safety – endlich ein Ende des Billion-Dollar-Mistakes!

Reaktives Programmieren

Alex Krause stellte uns in seinem Vortrag die Welt der „Reaktiven Programmierung“ vor. Mit sehr vielen plakativen Beispielen konnte er uns von den Vorzügen und der Ausdrucksstärke dieses Programmierparadigmas überzeugen. Auch wenn die Initialhürde zunächst eine andere Denkweise und einige Umgewöhnung erfordert, so lassen sich beispielsweise mit Spring Reactor und Spring WebFlux doch sehr prägnante, sehr ausdrucksstarke und leserliche Lösungen finden, für die man sonst in der Callback-Hölle landet.

Observability für Spring-Boot

Der Talk von Alexander Schwartz hatte das Thema „Observability“ im Fokus. Spring Boot ist mittlerweile der De-Facto-Standard für den Java-Anwendungs- und -Laufzeitrahmen. Spring Boot liefert nun nicht nur viele Integrationslösungen mit, sondern bindet über Spring Boot Actuator auch Tools an, die es mit Status-Daten, Logging-, Metrik- und Tracing-Informationen für Analyse und Dashboard gezielt befüttert. Erst so wird eine hochverteilte Anwendung überhaupt im Betrieb beherrschbar.

Ohne Monitoring-Tools wie Prometheus oder Dashboards wie Grafana wären Entwickler und Betrieb im Blindflug, wenn die Vielzahl der Einzelinformationen nicht korreliert und zentralisiert werden kann.
Obige subjektive Auswahl ist nur ein kleiner Ausschnitt der Java-Track-Vorträge der diesjährigen IT-Tage. Andere Talks haben sich darüber hinaus auch noch mit dem Dauerthema Konfiguration,  mit Container-Lösungen wie Docker, mit der Graal-VM u.v.m. beschäftigt. Leider ist hier nicht genug Platz, um alle spannenden Einzelheiten im Detail vorzustellen.
Auf diesem Wege herzlichen Dank an alle Speaker für die spannenden Beiträge! Außerdem möchten wir den Organisatoren rund um Andrea Held für die tolle Zusammenarbeit danken!

Autor

Martin Lehmann Seit September 2010 als Cheftechnologe bei der Accelerated Solutions GmbH. Benutzt Java seit vielen Jahren und teilt gerne sein Wissen zu den Neuerungen in Java9, 10, 11 usw. wie beispielsweise zum Modulsystem Jigsaw.
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