Kay Dörnemann

03. April 2018 / von Thomas Freese

CARUSO
Was ist
dAs?

Ein zentraler Baustein der Wertschöpfung in der Digitalisierung ist die Entwicklung unternehmens-überspannender Daten- und Service-Ökosysteme. Der CARUSO-Dataplace (https://www.caruso-dataplace.com) ist ein solches und bildet einen Marktplatz für Daten und Services rund um das Auto, genauer für den „Automotive Aftermarket“. So kann ein Automobilhersteller beispielsweise als Daten-Provider – mit Zustimmung des Autobesitzers – aktuelle Live-Daten über den Durchschnittsverbrauch, den aktuellen Ölstand oder den Kilometerstand bereitstellen. Diese können nun von Abnehmern wie Werkstätten oder Versicherungen auf der Plattform erworben, eingesehen und genutzt werden. So können beispielsweise auch freie Werkstätten, die im Gegensatz zu Vertragswerkstätten keinen direkten Zugang zu den beim Automobilhersteller gespeicherten Daten haben, auf diese zugreifen und diese zur Reparatur und Wartung des Autos nutzen. Aber auch außerhalb der Werkstatt können sich weitere Anwendungsfälle ergeben. Beispielsweise könnten Versicherungsunternehmen auf diese Daten zugreifen und dem Automobilbesitzer günstigere Versicherungsprämien anbieten, wenn dieser vorausschauend fährt.

API als ein wichtiger Baustein des CARUSO-Ökosystems

Dr. Matthias Naab vom Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering teilte in seinem Vortrag seine Erfahrungen mit dem Aufbau dieses Marktplatzes innerhalb des CARUSO-Ökosystems und ordnete diesen in den größeren Kontext der Digitalisierung ein.

Dr. Matthias Naab beim Vortrag zum CARUSO-Ökosystem
Franziska Leis

So stellte er in Bezug auf den vorangegangenen Vortrag von Erik Wilde heraus, dass auch für dieses System die APIs zu den verschiedenen Daten-Providern, aber auch zu den verschiedenen Daten-Abnehmern essentiell sind. Die Abstimmung der Schnittstellen stellte dabei eine besondere Herausforderung dar und sollte zunächst mit wenigen, gut ausgewählten Partnern realisiert werden. Nach und nach erst werden weitere Partner an Bord geholt. Hier sind häufig auch anfängliche Bedenken und Widerstände der Partner zu überwinden, da diese das Ökosystem durchaus als Bedrohung der eigenen Geschäftsmodelle sehen. Insgesamt stellt sich die Architektur eines Brokers in einem Service- und Daten-Ökosystem wesentlich komplexer dar, als die Architektur einer klassischen Geschäftsanwendung und es sind zahlreiche Aspekte zu betrachten, die nicht zu den gängigen Architekten-Aufgaben gehören.

Technik ist nicht alles

Deshalb gab Dr. Matthias Naab neben den technischen Aspekten in seinem Vortrag auch einen Blick auf geschäftliche, rechtliche und datenschutzorientierte Herausforderungen, die beim Aufbau des CARUSO-Ökosystems zu bewältigen sind. Insbesondere stellte sich auch in der anschließenden Diskussionsrunde die Frage, wem die Daten gehören und wer eigentlich das Recht hat, diese weiterzuverwenden und zu verkaufen. Denn letztendlich halten auch die Automobilkonzerne die Hand auf und für den Broker entstehen Kosten, die CARUSO z.B. pro Abfrage des Kilometerstandes in einem Auto bezahlen muss. Zumindest bei einem großen deutschen Automobilhersteller. Aber natürlich hat auch wieder jeder Hersteller seine eigenen Preislisten, die es alle unter einen Hut zu bekommen gilt. Und letztendlich heißt es dann: Das macht dann 29 Cent, bitte!

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