4Max/shutterstock.com

03. Mai 2013 / von Markus Aderhold

Business

Reporting

mit

Jaspersoft

Ende Februar fand in Frankfurt die von Jaspersoft organisierte Konferenz „JasperWorld: European Tour“ zum Thema „Open Source Business Intelligence“ statt. Nachdem ich bei Accso bereits einige Tools für Business Reporting kennengelernt hatte, war diese Konferenz eine gute Gelegenheit, aktuelle Entwicklungen in diesem Gebiet aus erster Hand zu erfahren. In diesem Blog-Beitrag fasse ich kurz einige  Anregungen zusammen, die ich von der Konferenz mitgenommen habe.

Zur kompakten Darstellung wesentlicher Kennzahlen sind „Dashboards“ etabliert: Analog zum Armaturenbrett in einem Auto enthält ein Dashboard grafische Elemente, die Key Performance Indicators leicht erfassbar präsentieren. Zur inhaltlichen Ausgestaltung eines Dashboards stellte Kerstin Klein von Jaspersoft eine vierstufige Strategie vor: (1) Stellen der relevanten Key Performance Questions (KPQs), (2) Identifizieren der zur Beantwortung der KPQs nötigen Key Performance Indicators (KPIs), (3) präzise Definition der KPIs, z. B. durch eine mathematische Formel zur Berechnung, und (4) Begründung des Nutzens der KPIs. Gerade auch den vierten Schritt halte ich für eine hilfreiche Validierung, um die Aussagekraft eines Dashboards sicherzustellen.

Beispiel: Zur Beantwortung der KPQ „Wie hoch ist der Gewinnanteil am Umsatz?“ zieht man als KPI die Nettoumsatzrendite heran. Die Nettoumsatzrendite ist definiert als „Nettogewinn/Umsatz“ und wird in Prozent angegeben. Der Nutzen dieses KPIs ist, dass sich der Gewinnanteil mit anderen Unternehmen oder mit anderen Branchen vergleichen lässt und dass anhand einer niedrigen Nettoumsatzrendite die Gefahr erkannt werden kann, dass bereits kleine Schwankungen zu Unternehmensverlusten führen können.

Da Dashboards die Datenbestände typischerweise stark zusammenfassen, sind darüber hinaus in der Regel detailliertere Berichte erwünscht. Für Benutzer sind interaktive „Drill-down Reports“ besonders komfortabel: Beginnend mit einer zusammenfassenden Darstellung kann der Benutzer in die Details „hineinbohren“. Technisch lässt sich dies beispielsweise durch einen Link von einem Balkendiagramm auf einen Detail-Bericht realisieren. In einem Gespräch mit einem Entwickler von Jaspersoft erfuhr ich, dass die Möglichkeiten für derartige Drill-down Links in den nächsten Versionen von Jaspersoft Studio erweitert werden. Beispielsweise sollen sich dann Links von einzelnen Balken auf entsprechend parametrisierte Detail-Berichte komfortabel definieren lassen, ganz ohne manuelle Änderungen am Berichtsquellcode.

Eine erfrischend andere Sicht auf Business Reporting lieferte Michael Daum von der Firma iTransparent GmbH mit der Präsentation einer Fallstudie. Neben den „klassischen“ Berichten zu Unternehmenskennzahlen lassen sich mittels Reporting etwa auch Rechnungen erstellen, die an Unternehmenskunden verschickt werden. Dies wurde so im Rahmen einer Reiseportalsoftware realisiert. Eine besondere Herausforderung dabei war, das Layout der Rechnungen an die unterschiedlichen Anforderungen der zuständigen Reisebüros anzupassen.

Insgesamt ist mein Eindruck, dass im Bereich Open-Source-Software angenehm ausgereifte Produkte für Business Intelligence zur Verfügung stehen. Für einen Einsatz im kleineren Umfeld lassen sich die Produkte direkt einsetzen. Für einen Einsatz mit hohen Zugriffszahlen oder großen Datenbeständen (Stichwort „Big Data“) lassen sich dann kostenpflichtige Optionen nachrüsten, z. B. ein leistungsfähiger Report-Server oder eine Komponente zur Integration großer Datenmengen. Sowohl im Open-Source-Bereich als auch im kommerziellen Bereich erscheinen mir die Interaktionsmöglichkeiten des Endbenutzers mit dynamisch anpassbaren Berichten sowohl aus Entwicklersicht als auch aus Nutzersicht besonders spannend.

 

Autor

Markus Aderhold
Markus Aderhold
Weitere Artikel

Das könnte Sie auch interessieren