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27. November 2012 / von Kay Dörnemann

Bilder
freistellen 
Teil 1

Im ersten Teil dieses Blog-Beitrag geht es um das einfache Freistellen von Objekten in Bildern mittels der Freistell-Werkzeuge von Gimp. Diese Technik kann an vielen Stellen nützlich sein um Objekte in einen anderen Kontext zu stellen, mehrere Objekte in einem Bild zu arrangieren oder einfach den Hintergrund zu entfernen.
Im zweiten Teil wird es um eine weitere Möglichkeit zum Freistellen von Bildern gehen.

Wer kennt es nicht? Man hat einen schönen Gegenstand fotografiert und würde ihn nun gerne auf einer selbst gebastelten Glückwunschkarte sehen. Vielleicht möchte man auch nur ein witziges Bild erstellen und sich selbst in ein anderes Bild montieren um zu zeigen, dass man schon einmal auf dem Mond war oder an anderen mehr oder weniger interessanten oder lustigen Orten.Neben diesen Anwendungsmöglichkeiten gibt es natürlich auch eine Reihe von Einsatzmöglichkeiten im geschäftlichen Umfeld. Jeder Mitarbeiter bei Accso bekommt bei der Einstellung ein Set professioneller Fotos, die wir an unterschiedlichen Stellen verwenden. Als dynamisches, junges Unternehmen, wachsen wir gesund und munter und bekommen regelmäßig neue Kollegen dazu. Bei unseren Kunden treten wir in unterschiedlichen Konstellationen in Aktion, unsere Teams wachsen und verändern sich mit der Zeit. Diese Teams präsentieren wir auf unserer Webseite in Form von Team-Bildern. Bedingt durch die hohe Dynamik ist es uns nicht möglich, bei jeder Veränderung das komplette Team zum Fotografen zu schicken. Logistisch eine nicht zu unterschätzende Aufgabe! Daher haben wir uns dafür entschieden, aus den einzelnen Bildern der Mitarbeiter jeweils Teams zu montieren. Sicherlich kann man so etwas auch einfach in Auftrag geben, aber dafür haben wir einfach zu viel Spaß an neuen Aufgaben und Techniken und lassen uns auch für neue Gebiete schnell begeistern.

Nun aber zur ersten Technik, dem Freistellen mit den Freistellungswerkzeugen von Gimp. Gimp habe ich gewählt, da es als Open-Source-Programm kostenlos genutzt werden kann und sicherlich eine gewisse Verbreitung hat. Profis werden sicherlich Photoshop oder ähnliches verwenden, umgekehrt aber auch einen Text wie diesen nicht benötigen. Also Nachmachen und Spaß haben!

Als Beispiel verwende ich ein Foto, das ich bei unserem letzten Workshop am Kongresszentrum Fulda (http://www.kongresszentrum-fulda.com/), in dem wir ein paar schöne Tage verlebt haben, geschossen habe. Esperanto - Foto

Ziel der Freistellung soll nun sein, den Schriftzug aus dem Bild herauszulösen. Ganz perfekt wird es nicht funktionieren, da einige Teile des Schriftzugs verdeckt sind, aber als Beispiel genügt es mir.

 

Bevor man mit dem Ausschneiden beginnt, dupliziert man die Hintergrundebene in dem man im Ebenendialog das Kontextmenü mit Rechtsklick öffnet und dort „Ebene duplizieren“ wählt.

Gimp bietet mehrere Werkzeuge zum Freistellen:

Von links nach rechts (aus der Gimp-Hilfe): Rechteckige Auswahl (R-Taste), Elliptische Auswahl (E-Taste), Freihändige Auswahl (F-Taste), Zauberstab (U-Taste), Auswahl nach Farbe (Shift + O), die Magnetische Schere (I-Taste) und die Vordergrundauswahl, sowie das Pfadwerkzeug. Das Pfadwerkzeug eignet sich ebenfalls zum Erstellen von Auswahlen, da jederzeit ein Pfad in eine Auswahl verwandelt werden kann und umgekehrt. Mit Hilfe der ersten drei Werkzeuge und des Pfadwerkzeugs lassen sich manuelle Auswahlen erzeugen, die anderen sollen selbstständig Umrisse erkennen und Ihnen so die Arbeit erleichtern.

Die rechteckige Auswahl und die elliptische Auswahl sind nur für besondere Fälle geeignet. Selten wird man solche Formen in Bildern finden. Sie eignen sich eher dazu Bilder zu beschneiden oder Ausschnitte daraus zu wählen.

Die freihändige Auswahl ist schon eher geeignet, man muss aber sehr genau die Kanten des auszuschneidenden Objekts abfahren. Mit einer Maus ein frustrierendes Unterfangen, wenn man keine sehr ruhige Hand hat und das Objekt eine komplexere Struktur aufweist.

Der Zauberstab ist ein nützliches Werkzeug und verfügt über eine gewisse Menge an eigener „Intelligenz“. Er erlaubt es zusammenhängende Bereiche ähnlicher Farbe auszuwählen. Betrachtet man nun das Beispielbild, findet man nur wenige Bereiche, die zusammenhängen und eine ähnliche Farbe aufweisen. Also zumindest für dieses Bild eignet sich der Zauberstab nicht.

Ähnlich verhält es sich mit der „Auswahl nach Farbe“. Im Gegensatz zum Zauberstab werden hier Bereiche nach Farbe gewählt, die nicht zusammenhängen müssen.

Die magnetische Schere verfügt, wie die beiden zuletzt beschriebenen Werkzeuge, über eine gewisse „Intelligenz“. Damit ist es möglich, Punkte um ein Objekt vorzugeben und Gimp sucht in diesem „Rahmen“ nach einem Umriss. Das funktioniert sehr gut, wenn sich das Objekt gut vom Hintergrund abhebt, also sich farblich abhebt, und saubere Kanten hat. Oftmals sicher ein nützliches Werkzeug. Aber nicht immer gut anwendbar, insbesondere wenn man mit offener Blende fotografiert und Teile des Objekts außerhalb der sogenannten Schärfentiefe liegen und somit unscharf ist, was als bildgestalterisches Mittel aber oft erwünscht ist. Auch hat die Schere Probleme dabei, Kanten zu finden und so bemerkt man an den Rändern oftmals sehr harte Kanten.

Die Vordergrundauswahl ist ebenfalls ein „intelligentes“ Werkzeug und funktioniert ein wenig wie die freihändige Auswahl. Wird dieses Werkzeug aktiviert, verwandelt sich der Mauszeiger in ein Lasso und man markiert das Objekt, das freigestellt werden soll. Eine möglichst genaue Auswahl vereinfacht die weiteren Schritte. Die dabei gezogene Umrandung sollte geschlossen sein, ansonsten zieht Gimp zwischen dem ersten und letzten Punkt eine gerade Linie. Nun ändert sich der Mauszeiger in ein Pinselwerkzeug, damit malt man über die Farben, die in anschließend im freigestellten Objekte vorhanden sein sollen. Dabei sollte man nicht übermalen und den Hintergrund mit einfärben. Lässt man die Maustaste dabei los, wird der nicht ausgewählte Bereich abgedunkelt, bei Bedarf kann man nun nacharbeiten. Abschließend drückt man die „Eingabe“-Taste (Return, Enter, …) und erhält die, hoffentlich gewünschte Auswahl. Bei dem hier verwendeten Beispielbild funktioniert es leider nicht, es bleiben trotz großzügigem Ausmalen immer noch Bereiche, die nicht in der Auswahl eingeschlossen sind.

Die bisher vorgestellten Werkzeuge bieten meistens eine oder mehrere Möglichkeiten die Charakteristiken der Auswahl einzustellen. Oft kann lässt sich damit das Ergebnis noch verbessern, aber manchmal reicht selbst das nicht.

Als letztes Werkzeug soll an dieser Stelle das Pfadwerkzeug vorgestellt werden. Wird das Werkzeug aktiviert, befindet es sich automatisch im „Design“-Modus. Nun legt man grob einen Pfad um das freizustellende Objekt. Über die kleinen „Ärmchen“ der Punkte lässt sich die Führung der Linien verändern. Wenn der Pfad nun geschlossen ist (Strg-Taste gedrückt halten und auf das erste Element des Pfades klicken), geht es an die Feinarbeit, dazu vergrößert man einen Teil des Objekts und fügt neue Punkte hinzu und ändert die Führung der Linien bis das Objekt sauber eingeschlossen ist. In den Optionen kann nun „Auswahl aus Pfad“ gewählt werden und man erhält nun eine Auswahl.

Unabhängig von der gewählten Methode sollte man nun zu einer Auswahl gelangt sein. Um nun das Objekt freizustellen, legt man im Ebenen Dialog eine neue weiße Ebenenmaske zuoberst hinzu (Rechtsklick im Ebenen-Dialog à „Ebenenmaske hinzufügen“ und dann weiß (volle Deckkraft) wählen). Nun invertiert man die Auswahl (Strg + I) und füllt den Bereich mit dem Füllen-Werkzeug und der Einstellung „Ganze Auswahl füllen“.

Nun hat man ein mehr oder weniger schön ausgeschnittenes Objekt und kann es weiterverwenden.Bilder freistellen: Esperanto-Foto

Im zweiten Teil stelle ich eine andere Möglichkeit zum Freistellen vor, die besonders gut und schnell bei Objekten vor homogenem Hintergrund funktioniert.

 

Autor

Kay Dörnemann Kay ist seit Juli 2011 als Senior Software Ingenieur bei der Accelerated Solutions GmbH und beschäftigt sich dort mit Software-Entwicklung, hauptsächlich in Java.
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