17. Oktober 2018 / von Stefan Jacobs, Simon Holthausen

BASTA!:

C# ist

überall

Ob Cloud oder Webbrowser: C# wird universell

Dieses Jahr fand wieder die BASTA! In Mainz statt, die wohl größte Konferenz zu .NET- und Microsoft-Technologien im deutschsprachigen Raum. Das diesjährige Hauptthema: Microsoft geht mit Vollgas in die Cloud. Und das heißt vor allem: Azure, Azure, und noch mehr Azure – denn mit seiner Online-Plattform will Microsoft wie auch schon mit Visual Studio und dem dazugehörigen Ökosystem ein Rundum-Glücklich-Paket für Entwickler und Betreiber schnüren.

Azure, Azure, Azure

Entsprechend groß ist das Angebot in der Cloud mittlerweile. Azure Cosmos DB verspricht einen global verteilten Datenbankservice mit garantiert hohen Datendurchsätzen. Die zugehörigen Zertifikate, Connection Strings und Zugänge können gleich nebenan im Azure-Dienst Key Vault abgelegt werden – neben Daten landen nun also auch Geheimnisse in der Cloud. Das ist etwas, bei dem bestimmt immer noch so mancher ein ungutes Gefühl hat.

Auditorium BASTA!

Microsoft möchte hier aber die Ängste nehmen und eine sichere und komfortable Lösung anbieten. Die Out-of-the-Box-Lösungen werden mit allgemeinen Azure-Services abgerundet, wie zum Beispiel dem Azure Service Bus, den Azure Functions, den Logic Apps und dem EventGrid, die alle der Entkopplung und Kommunikation der eigenen Komponenten untereinander dienen. Es bleibt festzuhalten, dass sich das Ökosystem rasant erweitert.
Übrigens werden auch die Onlineplattform Visual Studio Team Services und der dazugehörige Team Foundation Server (TFS) umgetauft – in Azure DevOps. Noch mehr Azure also, auch wenn der TFS genauso auch auf den eigenen Servern laufen kann und der Name mehr an Buzzword-Bingo erinnert.

C# 8 und .NET Core

Nebenbei entwickelt sich Microsofts hauseigene Programmiersprache C# immer weiter. .NET Core 3 und C# 8 sind im Kommen und zeigen, dass mittlerweile sowohl die Sprache als auch das Framework eine wirklich vorzeigbare Reife besitzen. Während in C# hauptsächlich Syntax Sugar hinzukommt, gibt es auch einige wirklich große Änderungen, wie die Nullable Reference Types, bei denen ein Objekt wirklich nur dann NULL werden kann, wenn dies explizit erwünscht ist. Damit soll nach der Einführung des ?.-Operators der Kampf gegen die gefürchtete NullPointerException fortgeführt werden.
In .NET Core 3 werden nun auch Desktop-Applikationen unterstützt und bringt nun auch WPF und Web Forms aus dem alten .NET Framework in die neue Core-Familie.
Microsoft breitet sich aber nicht nur in der Cloud und auf dem Windows-Desktop aus – auch andere Betriebssysteme werden in Angriff genommen. Mit .NET Core möchte Microsoft auch auf Umgebungen wie Linux schon in ein paar Jahre ein ernsthafter Konkurrent werden. Mit Xamarin auf Basis von Mono sollen die mobilen Plattformen bedient werden. Die Fortschritte in diesen Bereichen können sich sehen lassen – so sehr, dass verschiedene Speaker auf der BASTA! empfehlen, neue Projekte nur noch in Ausnahmefällen mit dem alten .NET-Framework anzugehen. 

C# im Browser

Und dann wäre da noch der Browser: Wer eine gute User Experience bieten will, kommt um Single Page Applications mittlerweile nicht mehr herum, und damit auch nicht um eine Programmierung mit Javascript-Technologien.
Mit Web Assembly allerdings gibt es einen von allen neuen Browsern unterstützten und vielversprechenden Working-Draft, welcher es erlaubt, Sprachen in ein Format zu kompilieren, welches dann nativ vom Browser ausgeführt wird. Bisher funktioniert dies nur für einige Sprachen ohne Garbage Collector, zum Beispiel C++. Doch es gibt Hoffnung, dass in Zukunft auch weitere unterstützt werden. In der Zwischenzeit ist es Microsoft gelungen, Mono in Web Assembly lauffähig zu machen. Auf dieser Basis ist mit ASP.NET Blazor ein experimentelles Single Page Application Framework in der Entstehung, welches es erlaubt, C#-Code und Razor-Pages für den Browser zu schreiben.

Accsonauten auf der Basta!

Die DLLs werden an den Browser geschickt und dort mit Hilfe von Mono im Browser selbst ausgeführt. Sollte das Experiment glücken, könnte C# also in Zukunft auch den Browser erobern – rosige Aussichten für .NET-Fans. Bis es wirklich so weit ist, wird aber bestimmt noch die ein oder andere BASTA! ins Land ziehen, auf der wir auch nächstes Jahr bestimmt wieder vor Ort sind. Wir freuen uns drauf!

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